| Nutzungsbedingungen
letzte
Aktualisierung am 13.08.10
| Antiphospholipid-Antikörper
& Schwangerschaft (Text by Mausilope) Was
Antiphospholipid-Antikörper sind, gibt's ja unter dem Link APS
nachzulesen. Besonders in der Schwangerschaft kann es da zu Problemen kommen,
die man allerdings heute mit Medikamenten gut in den Griff bekommt. Daher ist
es speziell wichtig, abzuklären, ob man auf Antiphospholipid-Antikörper
positiv testet, aber das sollte ohnehin jeder Lupi wissen, siehe Beitrag über
APS. Was sind nun die wichtigsten Fragestellungen bezüglich dieser Antikörper
und Schwangerschaft?
Was sind die Symptome/Komplikationen, die ausgelöst werden können? Primär
geht es um ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Von diesen Thrombosen ist in erster
Linie die Plazenta betroffen, was zu Fehlgeburten oder erheblicher Fehlversorgung
des Kindes führen kann. Plötzlicher Bluthochdruck bei der Mutter
und vermindertes Wachstum des Kindes sind weitere Symptome eines bestehenden APS.
Wie hoch ist das Risiko? Unter Frauen mit mehreren Fehlgeburten wurden
bei ca. 11-22 % (sorry, diese Angabe ist wirklich so vage, aber das kennen wir
ja) die spezifischen AKs festgestellt. Zur umgekehrten Beziehung, also der Frage
ob vorhandene Antikörper auch automatisch ein Fehlgeburtsrisiko bedeuten,
gehen die Meinungen stark auseinander, vor allem weil schon sehr lange medikamentös
eingegriffen wird, sobald ein positiver Antikörpertest bekannt ist. Daher
weiß man einfach wenig über das "was-wäre-wenn". Wie
kann man dem Risiko begegnen? Der heutige Stand der Forschung zeigt, dass
man diese Probleme mit subkutaner Heparin-Therapie sehr gut in den Griff bekommt.
Die genaue Dosis (5.000-15.000 Einheiten) wird vom behandelnden Arzt festgelegt.
Regelmäßige Kontrollen sind natürlich notwendig. Auch Aspirin
(80-100mg) wird oft verschrieben, ist aber umstritten, da es Nebenwirkungen beim
Kind auslösen kann und auch nicht so sicher ist, wie Heparin.
Wie erfolgreich ist die medikamentöse Prävention? Ca. 70-75%
der APS-Schwangerschaften verlaufen unter Behandlung positiv. Mehr dazu noch im
nächsten Punkt.
Was ist die derzeitige Expertenmeinung zu dem Thema? Die Prognosen sind
bei Erkennen und rechtzeitiger Behandlung sehr gut. Wobei ich nicht genau herausbekommen
konnte, wie die einzelnen Zahlen zustande kommen. Sind die Prozentsätze,
die schlecht verlaufene Schwangerschaften ausmachen, nun APS-Komplikationen oder
andere Lupus-Probleme oder ungeklärt? Leider sind keine sehr spezifischen
Angaben zu bekommen. Zumal auch oft verschieden definiert wird: zwischen den Begriffen
"reines Vorhandensein von Antiphospholipid-Antikörpern" (also ohne
bisherige Symptome wie Thrombosen) und dem sogenannten APS, also Antiphospholipid-Syndrom
(also mit bereits aufgetretenen Symptomen) wird nicht immer klar getrennt, meist
heißt es in jedem Fall der Einfachheit halber APS. Man sollte aber sowieso
nicht alles auf diese Statistiken setzen und sich mehr auf die Erfahrungen der
eigenen Ärzte bzw. sein eigenes Gefühl verlassen. Wichtig ist, das ein
bestehendes APS erkannt wird (schwierig v.a. für Nicht-Lupis, die es ja auch
haben können und bei denen ja keiner vorab auf die Idee kommt, es zu testen).
Die derzeit bekannten Therapien (Heparin, Aspirin, selten Immunoglobulin) bringen
ein zufriedenstellendes Ergebnis, ständige Kontrolle und das Risikobewußtsein
bei der Patientin natürlich auch immer vorausgesetzt. ^nach
oben |