| Nutzungsbedingungen
letzte
Aktualisierung am 13.08.10
|
Petra,
aus Weinheim, Jg. 1970
Nach drei
Jahren Diagnosesuche hat man bei mir relativ schnell herausgefunden,
dass ich an Lupus erythematodes erkrankt bin. Zunächst trat die
Krankheit nur auf der Haut in Erscheinung, so dass man guter Hoffnung
war, sie mit den bewährten schulmedizinischen (unterdrückenden)
Medikamenten in den Griff zu bekommen. Man verschrieb ein nebenwirkungsreiches
Basismedikament (Resochin, später Quensyl) und setzte mit hohem
Druck Kortisoninjektionen an den entzündeten Stellen direkt unter
die Haut, damit der lokale Entzündungsherd verschwinde. Die Folge
dieser aggressiven Therapie war, dass der Lupus sich nach innen wandte
und nacheinander verschiedene Organe befiel. Die Diagnose, nach der
die Hautkrankheit sich wider allen Erwartens in eine systemische
gewandelt hatte, traf mich wie ein Schlag. Ich bekam ein anderes Basismedikament
verordnet, das eigentlich gegen die Lepra-Krankheit hilft.Es folgten
Monate der Schmerzen aufgrund von Darmentzündungen, die laut schulmedizinischer
Diagnose übrigens keinerlei Verbindung zu meiner Grunderkrankung
hatten. Durch eine Rippenfellentzündung hatte ich wenig später
bei jedem Ein- und Ausatmen solche Schmerzen, dass sie nur bei ganz
flacher Atmung zu ertragen waren. Entsprechend waren Anstrengungen jeder
Art sowie Aufregungen völlig tabu.Da ich schon immer mit natürlichen
Heilmethoden sympathisiert habe, entschloss ich mich zu einer homöopathischen
Behandlung. Leider leugnete der behandelnde Arzt hartnäckig einen
massiven Schub und behandelte mich zunächst auf Lebensmittelvergiftung,
dann diagnostizierte er einen Morbus Pfeiffer. Das alles half natürlich
nicht, den akuten Lupus-Schub in den Griff zu bekommen. Der Blutdruck
war auf 70/35 gesunken, mein Allgemeinzustand hundeelend.Nach 6 Wochen
mit Fieber um 40 Grad und einer Gewichtsabnahme von 9 Kilo in 9 Wochen
war eine Einweisung in die Klinik nicht mehr vermeidbar. Dort kamen
sehr schnell das typische Schmetterlings-Erythem (eine großflächige
Rötung der Gesichtshaut), Unterlidödem und Speiseröhrenpilze
hinzu. Meine Blutwerte zeigten signifikante Veränderungen für
Leber und Nieren, und es bestand eine Anämie mit Eisenmangel. Die
Entzündungsparameter und Antikörper-Werte waren so exorbitant
hoch, dass die Ärzte sofort eine hochdosierte Kortison-Therapie
angeordnet haben.
Das Kortison bewirkte, dass Fieber, Schmetterling und Schmerzen schnell
verschwanden. Bei der Entlassung nach fast 4 Wochen hatte ich bereits
das typische Vollmondgesicht und eine extrem trockene Haut. Psychisch
war ich labil und depressiv, was eigentlich überhaupt nicht meinem
Naturell entspricht. Ich hatte ständig das Gefühl, am Rande
eines Nervenzusammenbruchs zu stehen. Außer dem Kortison wurde
mir wieder Quensyl verschrieben.Beschwerden wie ständiger Schwindel,
Zittern der Finger (Tremor), Haarausfall, anfallsweise Rippenfellschmerzen
und eine auf das Niveau eines sehr alten, gebrechlichen Menschen reduzierte
Leistungsfähigkeit blieben weiterhin bestehen und raubten nachhaltig
die für mein Alter (33) normale Lebensqualität. Ich bekam
einen Schwerbehinderten-Ausweis und ging in eine Rehe-Klinik. Das war
im Herbst 2003.
Soweit die schulmedizinische Behandlung. Nach der dramatischen Entwicklung
traute sich natürlich keiner, mir eine Reduktion der Medikamente
zu empfehlen. Da ich aber nicht mein Leben lang mit einer schlecht unterdrückten
Krankheit und den Nebenwirkungen der Medikamente verbringen wollte,
entschloss ich mich, alle Hebel in Bewegung zu setzen: Ich beschäftige
mich zunächst nach dem Konzept von Ruediger Dahlke intensiv mit
dem Charakter der Erkrankung, die Antikörper gegen die eigene DNS
bildet, und fand so den Weg zu Familienaufstellungen nach Bert Hellinger.
Parallel dazu fing ich an, Bachblüten zu nehmen, was sogleich einen
harmonisierenden Einfluss auf mein seelisches Gleichgewicht hatte. Gleichzeitig
stellte ich meine Ernährung um: Ich esse kein Fleisch mehr, vermeide
Alkohol und ernähre mich generell möglichst vollwertig. Dadurch
habe ich meinen Säure-Basen-Haushalt deutlich in Balance gebracht.
Ich treibe jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Sport. Wann immer
es mir möglich ist, gehe ich in die Natur hinaus, um Kraft zu tanken.
Meinen Job konnte ich auf eineTeilzeitstelle reduzieren. Äußerst
hilfreich waren energetische Methoden wie das japanische Jin Shin Jyutsu
und die EMF Balancing Technique, mit denen mich meine Ärztin für
Naturheilkunde Dr. Ingrid Berchtel, Weinheim behandelt. Inzwischen übe
ich selber jeden Tag Jin Shin. Seit Herbst 2004 bin ich zusätzlich
bei dem anthroposophischen Arzt Dr. Engesser, Heidelberg in Behandlung.
Im Zuge einer Darmsanierung mit der Symbioflor-Reihe wurde mein seit
Jahren medikamentös unterdrücktest Immunsystem so stimuliert,
dass verschiedene Zahnherde sich schmerzhaft bemerkbar machten. Nur
so konnte endlich entdeckt werden, dass in einem überkronten Backenzahn
ein mehr als 10 Jahre altes Provisorium vergessen worden war und außerdem
ein abgebrochener Bohrer (!) noch in einer Wurzel steckte. Die Zähne
ließ ich mir ziehen. Anschließend folgte eine Amalgam-Sanierung.
Die Zahnbehandlung unterstützte ich mit Wobenzym hochdosiert gegen
die Entzündung und Arnika D6 für eine schnellere Heilung.
Seitdem geht es beständig bergauf.
Mit verschiedenen anthroposophischen Medikamenten, Ohrakupunktur und
intensiven Gesprächen hat Herr Dr. Engesser mich durch verschiedene
Heilkrisen begleitet. Das Kortison habe ich unter seiner aufmerksamen
Beobachtung langsam ausgeschlichen, damit die Nebennieren ihre Funktion
wieder aufnehmen. Seit März 2005 bin ich kortisonfrei, kurz danach
habe ich auch das Quensyl abgesetzt. Kein Schulmediziner, den ich kenne,
hätte den Mut gehabt, mich auf diesem unbequemen, aber letztlich
erfolgreichen Weg der Heilung zu begleiten.Anfangs hatte ich bei jeder
harmlosen Erkältung die blanke Panik, dass der Wolf erwacht sei.
Die Universitätsärzte reden einem ja immer ein, dass man ohne
ihre Medikamente fahrlässig die eigene Gesundheit riskiert. Es
ist aber seit Herbst 2003 kein einziger Schub mehr aufgetreten!Außer
morgendlichen leichten Schwellungen der Fingergelenke, die hin und wieder
auftreten, und die kahlen Stellen auf der Kopfhaut bin ich seitdem unverändert
beschwerdenfrei! Mein gestärktes Immunsystem wehrt die früher
so häufigen Infekte zuverlässig ab. Meine Seele ist wieder
im Lot, ich bin wieder ein fröhlicher und ausgeglichener Mensch.
Als ich entdeckt habe, dass auch die Haare an den - laut Uni-Klinik-Arzt
hoffnungslos vernarbten - Stellen wieder wachsen, habe ich beschlossen,
diesen Bericht zu schreiben.
Meinen zeitaufwändigen Manager-Job bei einer IT-Firma konnte ich
im Rahmen von so genannten Personalumbau-Maßnahmen endlich an
den Nagel hängen. Als Schwerbehinderte hat man mir keine Steine
in den Weg gelegt, als ich mich dafür freiwillig gemeldet habe.
Meine parallel begonnene Heilpraktiker-Ausbildung habe ich glücklich
ein Jahr vor der Regelstudienzeit mit dem besten Prüfungsergebnis
in meinem Landkreis beendet. In meiner Praxis in Weinheim arbeite ich
nach den Grundsätzen der anthroposophisch erweiterten Medizin u.
a. mit Jin Shin Jyutsu, moderner Hypnotherapie und systemischer Beratung.
Es macht mir große Freude, mit dem, was mir selber hilfreich war,
meine Patienten auf ihrem Heilungsweg zu begleiten. Dabei achte ich
auf die individuelle Balance der Elemente. Nicht alles, was mir geholfen
hat, ist für jeden Lupus-Patienten gut. Es kommt darauf an, dass
jeder seinen ganz persönlichen Weg findet.
Dem Lupus bin ich auf eine merkwürdige Weise irgendwie dankbar.
Durch ihn habe ich gelernt, darauf zu achten, was mir gut tut. Ich habe
meinen Weg gesucht und meine Berufung gefunden. Meine Freundschaften
sind stabil und innig. Ich weiß jetzt, dass ich mich auf die Menschen,
die mir nahe sind, in allen Lebenslagen verlassen kann, fühle mich
verstanden und getragen. Wenn ich zurückschaue auf die üble
Zeit der Schmerzen und Ängste denke ich heute, dass das ein möglicher
Ausstiegspunkt aus diesem Leben war. Damals habe ich mich entschieden,
noch nicht zu gehen. Es gibt noch so vieles, das ich lernen, genießen
und erleben will.Ich brauche den Wolf jetzt nicht mehr und lasse ihn
in Frieden ziehen.
Macht sich Schmerz und Traurigkeit,Leid und Kummer bei Dir breit,ist´s
kein Grund, gleich zu verzagen,den speziell an diesen Tagenwird der
Grundstein oft gelegt, dass sich Wichtiges bewegt.
In der schlimmsten Krankenstunde,wenn Du glaubst, Du gehst zugrunde,wird
ein Samenkorn gesetztund mit Tränen zart benetzt.
Draus kann wachsen viel Erkenntnisund ein tieferes Verständnis
für des Lebens Tag und Nacht.Werte werden überdacht.
Nimm sie an, die harte Zeit,die für Wandel macht bereit.
pws@praxis-lichtblick.eu
^nach
oben
|