Was mir zur Zeit hilft (und was eher nicht) – wie es ist

Ich habe gerade keinen Rant im Ärmel, was ja durchaus positiv ist. Deshalb dachte ich, dass ich mal aufschreibe was ich neben dem Coimbraprotokoll so mache und was mir das bringt oder auch nicht.

Meditation, Stressbewältigung

Stressbewältigung ist ein wichtiger Baustein in der funktionellen Medizin und in der Therapie chronischer Autoimmunerkrankungen.
Ich meditiere jeden Morgen, kurz und knackig. Meditation ist nicht meins und wird es wohl auch nicht mehr. Da es aber zum Coimbraprotokoll gehört, habe ich mir einen Weg gesucht, der für mich praktikabel ist. Dafür kann ich beim Yoga sehr gut meine Gedanken abschalten. Gartenarbeit funktioniert auch, überhaupt körperliche Arbeit im engen Korsett meiner Möglichkeiten.
Andere Methoden zur Stressbewältigung: Sport, Zeitmanagement, Entspannungstechniken, wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation

Sport

Auch Sport gehört zu einer entzündungshemmenden Lebensweise dazu und kann der Aktivierung von Autoimmunerkrankungen entgegen wirken.
Meine Möglichkeiten Sport zu treiben sind auf vielfältige Weise eingeschränkt, hemmt mich nicht der Lupus bzw. Gelenkschmerzen, halten mich die myasthenen Probleme zum Beispiel vom Fahrrad fahren ab und bei jeder Art von Ausdauersport macht mir mein Lungenemphysem einen Strich durch die Rechnung. Das ist frustrierend. Als Kompromiss benutze ich mittlerweile täglich ein Vibraboard*, das ist nicht nur gut für die Muskulatur, sondern hilft auch Calcium in den Knochen einzulagern und beugt somit Osteoporose (Cortison!) vor.
Andere Sportarten, wenn man körperlich eingeschränkt ist: Wandern, Rad fahren, Spazieren gehen, Schwimmen, Gymnastik, Wassergymnastik, Pilates – je nach Fitness und Einschränkung

Vitamin D 

Dass Vitamin D zwingend zur Behandlung einer Autoimmunerkrankung gehört, ist mittlerweile auch in der Schulmedizin unbestritten. Dort wird meist das klassische „Speicher auffüllen“ unter Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels betrieben.
Andere Ärzte empfehlen höhere Dosen Vitamin D, z. B. Prof. Dr. Spitz  und dann gibt es Methoden, die das auf die Spitze treiben, wie das Coimbraprotokoll. Wobei dort nicht nur von einem Mangel aufgegangen wird, sondern von einer Aufnahmestörung von Vitamin D als eine Ursache von Autoimmunerkrankungen
Ich bin seit 9 Monaten im Coimbraprotokoll und verzeichne damit grosse Fortschritte.

Omega 3 (und Reduktion von Omega 6) 

Omega 3 Fettsäuren wirken ab einer Dosis von 2000 mg/Tag entzündungshemmend. Es gibt mittlerweile sehr viele Produkte, auch vegane. In der Nahrung ist viel Omega 3 in Fisch, Algen, Biofleisch, Bio-Eiern und Leinsamen.
Omega 6 Fettsäuren gehören zwar auch zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, sind für Entzündungspatienten aber eher kontrainduziert, da sie chronische Entzündungen begünstigen.
Da ich es nicht schaffe ausreichend unbelasteten Seefisch zu essen, nehme ich Omega3-Fettsäuren als Kapsel zu mir. Es gibt auch sehr gute Tropfen, z. B. von Norsan. Auf jeden Fall solltet Ihr darauf achten, dass sie in einem guten Oel (MCT z. B. gelöst sind und nicht allzu viele Zusatzstoffe enthalten.

Weihrauch/Boswella

Weihrauch (lat. Boswella) kann bei akuten Gelenkentzündungen wahre Wunder wirken. Die Googlesuche kommt da zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen ;).
Bei mir war es ein Rettungsanker im RA-Schub, als mich Cortison nicht mehr weiterbrachte.

Darmgesundheit

Der Darm war ja 2019 der neue heisse Scheiss bei Autoimmunerkrankungen. Leaky-gut und Darmflora sind die Schlagwörter und Google hat da jede Menge zu zu sagen. Die Forschung ist erst am Anfang und es gibt zahlreiche Bausteine, die so peu a peu entdeckt werden.
Weil ich es richtig machen wollte, liess ich eine Stuhltestung durchführen, das muss man aber nicht, man kann auch einfach seine Ernährung darmgesund gestalten. Dazu gehört

  • glutenfreie (arme) Ernährung
  • Fermentiertes, wie Kimchi, Kombucha oder Kefir
  • Probiotika, ich finde die Symbioflorprodukte* ganz gut

Mit der glutenfreien Ernährung hadere ich mitunter. Inzwischen esse ich auswärts normal und achte nur zuhause auf Gluten. In Kiel gibt es eine Bäckerei, die sehr gutes glutenfreies Haferbrot und Haferbrötchen herstellt. Die Fertigprodukte mag ich alle nicht. Glutenfreie Nudeln sind okay, mehr aber auch nicht. Auf Kuchen kann ich leicht verzichten, alle Backversuche mit Ersatzmehlen gelangen gar nicht oder schmeckten mir nicht. (Ich habe allerdings auch das zusätzliche Handicap alle Milchprodukte ersetzen zu müssen, so dass vom Orginalrezept oft nicht viel übrig bleibt.)
Mir geht es damit gut und ich merke auch, wenn ich viel glutenhaltiges esse, bekomme ich Darmprobleme.

  • sonstige Ernährung

Weitere entzündungshemmende Tipps meiner Hausärztin und meines Protokollarztes, die ich umgesetzt habe, waren

  • gesunde Fette, wie Kokosoel, MCT-Oel*, Olivenoel und weniger Pflanzen und Keimoele – das kann man leicht umsetzen und es tut nicht weh 🙂
  • grüne Blätter/grüne Smoothies – auf Smoothies stehe ich nicht so, aber ich lege mir auf jedes Brot Spinat oder Feldsalat, eine einfache Lösung ohne Umstände
  • Curcuma/Ingwer/Goldene Milch* – Kurkuma ist sehr entzündungshemmend, ich nehme es zum Würzen, es gibt auch Kapseln zum Einnehmen
    auch Ingwer wirkt entzündungshemmend, benutze ich als Gewürz oder schmeisse mir ein paar Scheiben in meine Wasserkanne 😉
    wer Ingwer und Kurkuma regelmässig zu sich nehmen will, kann es auch mit Goldener Milch probieren – ich mag das nicht so gerne
  • und schliesslich achte ich viel mehr auf Bioprodukte

und dann empfahl man mir noch

  • mehr Seefisch (Vorsicht vor hohem Quecksilbergehalt)
  • Knochenbrühe
  • Aktivkohle/Knoblauch zur Entgiftung
  • Vermeidung von Elektrosmog

alles Themen, die ich aus verschiedensten Gründen nicht oder noch nicht angegangen bin ;).

Wenn Dir das jetzt alles viel zu viel ist – verstehe ich total! Mich hat die Liste, die ich von meinem Protokollarzt erhielt und die vielen Inhalte, die ich im Internet fand total erschlagen und überfordert.
Aber Du kannst die ganze Angelegenheit in viele kleine Bausteine zerlegen und Dich ganz langsam an eine entzündungshemmende Lebensweise herantasten. Vielleicht spricht Dich ja ein Punkt ganz besonders an. Dann würde ich da ansetzen, mich belesen und damit anfangen. Und wenn Du gut zurecht kommt, es Dir gut tut und eine alltägliche Gewohnheit geworden ist, kannst Du den nächsten Punkt versuchen.

Weitere Infos zu funktionelle Medizin und Ernährung bei Autoimmunerkrankungen findest Du zum Beispiel hier:

Autoimmunhilfe

Autoimmunportal

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