Alltagsgeschichten – Gedanken zum Thema: „Mein optimales Gesundheitsumfeld“

Was ich mir von meinem Gesundheitsumfeld wünsche:

– einen Rheumatologen mit eigener Praxis und Kassenvertrag, der sich mit SLE auskennt, im Idealfall sogar darauf spezialisiert; er sollte außerdem tägliche Ordinationszeiten haben und auch in Notfällen erreichbar sein

oder

– eine Rheuma-Ambulanz, die sich auch mit Immunologie auskennt bzw. sich mit der entsprechenden Abteilung „kurzschließt“, die unbürokratisch und patientenorientiert arbeitet und einen nicht als „Fall Nr. 1999999999“ behandelt. Vor allem ein KH, das einen nicht wegen allfälliger „Nebengeschichten“ ständig zum externen Spezialisten schickt, sondern diese Untersuchungen auch in einem Aufwaschen selbst erledigt!

– ein Hausarzt, der sich mit dem Rheumatologen bespricht; der sich selbst auch mit SLE auskennt und bei Kleinigkeiten zu helfen weiß, bei größeren Sachen aber auch informiert bleibt. Der zB über die Schwarze Liste bei den Medikamenten informiert ist und mir kein Ibuprofen verschreibt 😉 Er sollte auch eine nette Praxis (inkl. einfühlsamer und kompetenter Sprechstundenhilfen) haben, gut erreichbar sein, einen kostenlosen Parkplatz anbieten und ganz einfach meine „Schnittstelle“ zu den Spezialisten sein.

– ein Versicherungssystem, das es chronisch Kranken ermöglicht, ihren finanziellen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Zum Beispiel durch die Möglichkeit, Medikamente in ausreichender Stückzahl zu bekommen (wenn man 4 Stück Imurek am Tag verbraucht, dann kommt man eben mit einer 50-Stück Packung nicht weit) ohne gleich als Junkie angesehen zu werden und ohne Schikanen wie Chefärzte, die von der Krankheit noch nie was gehört haben und deshalb meinen „das gibt’s gar nicht“. 

– Organisierte Hilfe und Unterstützung oder Informationsveranstaltungen in Krankenhäusern

– Informierte Ärzte anderer Disziplinen wie Augenarzt, HNO, Gyn, auch Zahnärzte. Man mag doch nicht ständig dem Onkel Doktor erklären müssen, was man für eine Grunderkrankung hat!

– Angebote für chronisch Kranke, die über die normale Schulmedizin hinaus gehen, wie Entspannungstrainings oder auch Fitness-Training, das der Krankheit angepasst ist. Natürlich alles in einem erträglichen finanziellen Rahmen.

– Einfacher Zugang zu sozialen Kompetenzzentren, ohne lange Behördenwege.

– Kuranstalten, die zumindest einen Arzt aufzuweisen haben, der sich mit SLE auskennt. Motto: „Vorbeugen ist besser als heilen!“

– generell einfachere „Handhabung“ der Arztbesuche, keine Zettelwirtschaft aus Krankenscheinen, Überweisungen und was da sonst noch anfällt. Wenn schon alles vernetzen, dann bitte so, dass ich auch was davon habe!

Mir ist klar, dass viele dieser „Forderungen“ bereits in Ansätzen umgesetzt sind oder werden. Vieles ist vielleicht utopisch, anderes scheitert an der Finanzierung, am mangelnden Bedarf oder einfach an der Unkenntnis der Zuständigen. Aber es tut gut, diese Dinge einmal auszuformulieren…

Mausilope aus Linz

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