Kur – Sabine S.

Rheumazentrum Baden-Baden
Ich möchte jetzt mal etwas Positives zum Thema „Kur“ oder Ähnliches berichten:

Ich war letztes Jahr wegen meines SLE („nur“ die Gelenke waren betroffen) im Rheumazentrum in Baden-Baden. Dies ist zwar KEINE Kurklinik, sondern hat den Status eines Akutkrankenhauses (wichtig!!), trotzdem fühlte ich mich dort wie in einer Kur. Standard sind geräumige Zweibettzimmer (was ja im „normalen“ AK nicht unbedingt der Fall ist) mit allem, was so zum Service dazugehört und großem Balkon mit traumhaftem Blick in die Landschaft. Das baut schon mal psychisch sehr auf! Auch von der Bauweise und der Innenausstattung erinnert die Klinik wenig an ein Krankenhaus, sondern eher an eine Kurklinik, obgleich es – ich betone es nochmal – ein Akutkrankenhaus ist. 

Man hat von dort aus die Möglichkeit, zur nahen Caracallatherme zu gehen (allerdings nicht so ganz billig, aber es lohnt sich!) sowie an der Quelle in den Genuss des Trinkwassers zu kommen. Es gibt einen Brunnen mit Heilquellwasser, wo man nach Anleitung eine bestimmte Menge trinken kann (sehr hoher Mineralstoffgehalt!).

Morgens und abends wird man in der Klinik richtig verwöhnt mit Buffet vom Feinsten (oder zumindest sehr viel guter Auswahl). Man muss nur zeitig im Speisesaal sein, sonst ist das Beste schon weg! 🙂 Mittags kann man jeden Tag sein Menü (3 Menüs zur Auswahl) wählen und wird am Tisch bedient. 

Das Personal ist insgesamt sehr freundlich und geduldig, auch auf Station. 

Es gibt am Anfang nach der Erstuntersuchung eine Therapiekarte mit bis zu 5 Anwendungen am Tag, die da wären zum Beispiel Naturfango, Heublumenpackungen und -Bäder, TENS-Reizstrom, Fangokneten (kommt man sich vor wie in der Sandkiste mit Modderpampe ;-))), Bewegungsbäder, Ergotherapie, Entspannung nach Jakobsen… Wenn der Patient es wünscht und es medizinisch vertretbar ist, können die Anwendungen auch geändert werden. Selbstverständlich gibt es dort auf Lupus spezialisierte Ärzte und Pflegekräfte, sonst wäre ich ja auch nicht in diese Klinik gegangen, die mir von meinem Arzt empfohlen wurde. 

Am Anfang hatte ich ne leichte psychische Krise und wollte sofort wieder heim – Krankenhauskoller ???; nach den 3 Wochen fand ich es dann tatsächlich fast schon schade, als mein Entlassungstag näher rückte. 

Auch an kreativen Angeboten und Patientenvorträgen mangelte es nicht; z. B. Seidenmalerei, Bastelarbeiten usw. wurden gegen ein geringes Entgelt angeboten, die Patientenvorträge, z. B. über das Immunsystem und über den Bewegungsapparat, waren natürlich kostenlos und gut verständlich.

Auch wenn es mal diverse Problemchen gab – ganz ohne geht es wohl nirgendswo – war dies für mich alles in allem ein angenehmer und für den Krankheitsverlauf effektiver Aufenthalt. 🙂

Ich finde, Baden-Baden ist eine sehr schöne, kleine Stadt mit vielen Parks und schönen Villen. Man erkennt, dass in Baden-Baden oft die „gehobene“ Klasse verkehrt. Entprechend sind zwar leider auch die Preise, aber man kann auch preiswert schlemmen und einkaufen, man muss sich nur „schlau“ machen. 😉 Ich war sogar kurz beim SWR … :P.

Während dieser Zeit habe ich noch ein paar sehr nette Menschen kennen gelernt: einen „Bechterewler“, Patienten mit Fibromyalgie, Rheumatoider Arthritis sowie Lupus. Wir hatten trotz unserer Beschwerden viel zu Lachen gehabt! Beim nächsten Mal fahre ich wieder nach Baden Baden, auch falls ich nicht ganz so viel „Glück“ haben werde (die Mitpatienten kann man sich ja nicht aussuchen).

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