Alltagsgeschichten – Mutteranteile im Lupus-Leben

Um den Untertitel der runderneuerten Webseite aufzugreifen – wie lebt es sich denn nun eigentlich als Lupi mit Kindern?P1000257

Nun, ich war zuerst Lupi und dann Mutter von eins, zwei, drei Kindern, das kann ja auch andersherum sein und ich habe einen Lupus mit chronischem Verlauf, es wabert so auf und ab, ich bin selten beschwerdefrei, habe aber auch keine hochaktiven Schübe, auch das ist ja durchaus nicht bei jedem so :).

Die heftigste Umstellung und damit auch am Anstrengendsten war sicherlich von kinderlos zum ersten Kind. Das geht  auch Müttern ohne Lupus so, ist aber für einen Lupi sicherlich noch einmal extra bedenkenswert. Hatte man sich arrangiert, kannte seinen Rhythmus, schaffte sich ausreichend Ruhemöglichkeiten, Therapien, Schlaf wird sich ein Säugling sicherlich nicht nahtlos einfügen lassen. Und das ist sehr sehr anstrengend ;). Ich habe es kaum geschafft zu kochen oder zu waschen oder auch nur mich zu duschen, ich war müde, körperlich gestresst und geistig unterfordert. Das bekommt einem Lupus nicht unbedingt gut und ich hatte auch eine ganze Zeit mehr Beschwerden als vor der Schwangerschaft. Doch ich nahm jede Hilfe, die ich bekam und irgendwann wurde es auch leichter und schön war es sowieso, so dass Nummer 2 zu uns stiess.

Beim zweiten Kind hat man (oder vielleicht nur ich) schon genauere Vorstellungen was die Geburt und die erste Zeit mit Kind angeht. So wurde 2.9 gestillt und getragen (Tragehilfen kann ich Lupis echt nur empfehlen), ich verschwand schnell wieder aus dem KH. Der Alltag mit Säugling und Zweijährigem war schon stressig, sehrrrr stressig und das ganze erste Jahr war körperlich sehr fordernd. 

Das dritte Kind war in der Schwangerschaft am Anstrengendsten. Nach der Geburt musste er einfach in unserem Rhythmus und nach den Bedürfnissen der grossen Geschwister mitmachen, was wirklich gut funktioniert hat. Ich hab ihn eigentlich ständig getragen, um die Hände für die beiden anderen Kinder frei zu haben und er wurde gestillt, so dass die Nahrungsbereitung weder Equipment noch Zeit erforderte ;). Körperlich hat mir der Schlafmangel natürlich wieder zu schaffen gemacht, aber nicht so sehr wie beim ersten Kind.

Insgesamt neige ich dazu, mir nicht zu viele Gedanken zu machen und glaube, dass es schon funktionieren wird, wenn es muss. Hilfreich ist es aber sicherlich, ein paar Notfallpläne zu machen: wer nimmt das Baby, wenn Mama wirklich mal komplett ausfällt. Kann man Hilfe bekommen, wie Putzfrau, Babysitter, Fensterputzer, Oma, Opa, Onkel, Tante. Vielleicht mag  jemand für Euch kochen oder mit dem Kind Spazierengehen, den Rasen mähen oder die Fenster putzen.

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Auch Geräte können eine Hilfe sein, Wäschetrockner, Staubsaugroboter, Tragetücher oder -hilfen kann ich gar nicht oft genug empfehlen, manche schwören auch auf den Thermomix. Ich benutze alles was mir Arbeit und Stress erspart. Manches davon kann man sich auch toll zur Geburt schenken lassen, ab Kind 2 benötigt man eh nicht mehr so viele neue Strampler und Rasseln ;).

Ich bin gut organisiert, mein Kalender wird stets aktuell geführt und synchronisiert, ich mache selten Wege doppelt, ich versuche gut für mich zu sorgen (Ernährung, Bewegung, frische Luft, AUSZEITEN), ich habe gelernt, dass nicht alles perfekt sein muss und Dinge laufen zu lassen. 

Auch sonst schadet Pragmatismus eher nicht: man kann durchaus Auto fahren und muss nicht alles per Fahrrad erledigen, man kann auch auf der Couch liegend vorlesen oder das Spielen kommentieren, man muss nicht jeden Kurs mitmachen (es sei denn man muss dringend unter Leute, dann nichts wie hin!) und so weiter und so fort. Es gibt keine Gesetze, wie man Mutter ist, jeder muss da seinen Weg finden und vielleicht muss man als Lupi ein wenig kreativer sein.