alternative Versuche – Kombination verschiedener Methoden

Petra, aus Weinheim, Jg. 1970

Nach drei Jahren Diagnosesuche hat man bei mir relativ schnell herausgefunden, dass ich an Lupus erythematodes erkrankt bin. Zunächst trat die Krankheit nur auf der Haut in Erscheinung, so dass man guter Hoffnung war, sie mit den bewährten schulmedizinischen (unterdrückenden) Medikamenten in den Griff zu bekommen. Man verschrieb ein nebenwirkungsreiches Basismedikament (Resochin, später Quensyl) und setzte mit hohem Druck Kortisoninjektionen an den entzündeten Stellen direkt unter die Haut, damit der lokale Entzündungsherd verschwinde. Die Folge dieser aggressiven Therapie war, dass der Lupus sich nach innen wandte und nacheinander verschiedene Organe befiel. Die Diagnose, nach der die “Hautkrankheit” sich wider allen Erwartens in eine systemische gewandelt hatte, traf mich wie ein Schlag. Ich bekam ein anderes Basismedikament verordnet, das eigentlich gegen die Lepra-Krankheit hilft.Es folgten Monate der Schmerzen aufgrund von Darmentzündungen, die laut schulmedizinischer Diagnose übrigens keinerlei Verbindung zu meiner Grunderkrankung hatten. Durch eine Rippenfellentzündung hatte ich wenig später bei jedem Ein- und Ausatmen solche Schmerzen, dass sie nur bei ganz flacher Atmung zu ertragen waren. Entsprechend waren Anstrengungen jeder Art sowie Aufregungen völlig tabu.Da ich schon immer mit natürlichen Heilmethoden sympathisiert habe, entschloss ich mich zu einer homöopathischen Behandlung. Leider leugnete der behandelnde Arzt hartnäckig einen massiven Schub und behandelte mich zunächst auf Lebensmittelvergiftung, dann diagnostizierte er einen Morbus Pfeiffer. Das alles half natürlich nicht, den akuten Lupus-Schub in den Griff zu bekommen. Der Blutdruck war auf 70/35 gesunken, mein Allgemeinzustand hundeelend.Nach 6 Wochen mit Fieber um 40 Grad und einer Gewichtsabnahme von 9 Kilo in 9 Wochen war eine Einweisung in die Klinik nicht mehr vermeidbar. Dort kamen sehr schnell das typische Schmetterlings-Erythem (eine großflächige Rötung der Gesichtshaut), Unterlidödem und Speiseröhrenpilze hinzu. Meine Blutwerte zeigten signifikante Veränderungen für Leber und Nieren, und es bestand eine Anämie mit Eisenmangel. Die Entzündungsparameter und Antikörper-Werte waren so exorbitant hoch, dass die Ärzte sofort eine hochdosierte Kortison-Therapie angeordnet haben.
Das Kortison bewirkte, dass Fieber, Schmetterling und Schmerzen schnell verschwanden. Bei der Entlassung nach fast 4 Wochen hatte ich bereits das typische Vollmondgesicht und eine extrem trockene Haut. Psychisch war ich labil und depressiv, was eigentlich überhaupt nicht meinem Naturell entspricht. Ich hatte ständig das Gefühl, am Rande eines Nervenzusammenbruchs zu stehen. Außer dem Kortison wurde mir wieder Quensyl verschrieben.Beschwerden wie ständiger Schwindel, Zittern der Finger (Tremor), Haarausfall, anfallsweise Rippenfellschmerzen und eine auf das Niveau eines sehr alten, gebrechlichen Menschen reduzierte Leistungsfähigkeit blieben weiterhin bestehen und raubten nachhaltig die für mein Alter (33) normale Lebensqualität. Ich bekam einen Schwerbehinderten-Ausweis und ging in eine Rehe-Klinik. Das war im Herbst 2003.
Soweit die schulmedizinische Behandlung. Nach der dramatischen Entwicklung traute sich natürlich keiner, mir eine Reduktion der Medikamente zu empfehlen. Da ich aber nicht mein Leben lang mit einer schlecht unterdrückten Krankheit und den Nebenwirkungen der Medikamente verbringen wollte, entschloss ich mich, alle Hebel in Bewegung zu setzen: Ich beschäftige mich zunächst nach dem Konzept von Ruediger Dahlke intensiv mit dem Charakter der Erkrankung, die Antikörper gegen die eigene DNS bildet, und fand so den Weg zu Familienaufstellungen nach Bert Hellinger. Parallel dazu fing ich an, Bachblüten zu nehmen, was sogleich einen harmonisierenden Einfluss auf mein seelisches Gleichgewicht hatte. Gleichzeitig stellte ich meine Ernährung um: Ich esse kein Fleisch mehr, vermeide Alkohol und ernähre mich generell möglichst vollwertig. Dadurch habe ich meinen Säure-Basen-Haushalt deutlich in Balance gebracht. Ich treibe jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Sport. Wann immer es mir möglich ist, gehe ich in die Natur hinaus, um Kraft zu tanken. Meinen Job konnte ich auf eineTeilzeitstelle reduzieren. Äußerst hilfreich waren energetische Methoden wie das japanische Jin Shin Jyutsu und die EMF Balancing Technique, mit denen mich meine Ärztin für Naturheilkunde Dr. Ingrid Berchtel, Weinheim behandelt. Inzwischen übe ich selber jeden Tag Jin Shin. Seit Herbst 2004 bin ich zusätzlich bei dem anthroposophischen Arzt Dr. Engesser, Heidelberg in Behandlung. Im Zuge einer Darmsanierung mit der Symbioflor-Reihe wurde mein seit Jahren medikamentös unterdrücktest Immunsystem so stimuliert, dass verschiedene Zahnherde sich schmerzhaft bemerkbar machten. Nur so konnte endlich entdeckt werden, dass in einem überkronten Backenzahn ein mehr als 10 Jahre altes Provisorium vergessen worden war und außerdem ein abgebrochener Bohrer (!) noch in einer Wurzel steckte. Die Zähne ließ ich mir ziehen. Anschließend folgte eine Amalgam-Sanierung. Die Zahnbehandlung unterstützte ich mit Wobenzym hochdosiert gegen die Entzündung und Arnika D6 für eine schnellere Heilung. Seitdem geht es beständig bergauf.
Mit verschiedenen anthroposophischen Medikamenten, Ohrakupunktur und intensiven Gesprächen hat Herr Dr. Engesser mich durch verschiedene Heilkrisen begleitet. Das Kortison habe ich unter seiner aufmerksamen Beobachtung langsam ausgeschlichen, damit die Nebennieren ihre Funktion wieder aufnehmen. Seit März 2005 bin ich kortisonfrei, kurz danach habe ich auch das Quensyl abgesetzt. Kein Schulmediziner, den ich kenne, hätte den Mut gehabt, mich auf diesem unbequemen, aber letztlich erfolgreichen Weg der Heilung zu begleiten.Anfangs hatte ich bei jeder harmlosen Erkältung die blanke Panik, dass der Wolf erwacht sei. Die Universitätsärzte reden einem ja immer ein, dass man ohne ihre Medikamente fahrlässig die eigene Gesundheit riskiert. Es ist aber seit Herbst 2003 kein einziger Schub mehr aufgetreten!Außer morgendlichen leichten Schwellungen der Fingergelenke, die hin und wieder auftreten, und die kahlen Stellen auf der Kopfhaut bin ich seitdem unverändert beschwerdenfrei! Mein gestärktes Immunsystem wehrt die früher so häufigen Infekte zuverlässig ab. Meine Seele ist wieder im Lot, ich bin wieder ein fröhlicher und ausgeglichener Mensch. Als ich entdeckt habe, dass auch die Haare an den – laut Uni-Klinik-Arzt hoffnungslos vernarbten – Stellen wieder wachsen, habe ich beschlossen, diesen Bericht zu schreiben.
Meinen zeitaufwändigen Manager-Job bei einer IT-Firma konnte ich im Rahmen von so genannten Personalumbau-Maßnahmen endlich an den Nagel hängen. Als Schwerbehinderte hat man mir keine Steine in den Weg gelegt, als ich mich dafür freiwillig gemeldet habe. Meine parallel begonnene Heilpraktiker-Ausbildung habe ich glücklich ein Jahr vor der Regelstudienzeit mit dem besten Prüfungsergebnis in meinem Landkreis beendet. In meiner Praxis in Weinheim arbeite ich nach den Grundsätzen der anthroposophisch erweiterten Medizin u. a. mit Jin Shin Jyutsu, moderner Hypnotherapie und systemischer Beratung. Es macht mir große Freude, mit dem, was mir selber hilfreich war, meine Patienten auf ihrem Heilungsweg zu begleiten. Dabei achte ich auf die individuelle Balance der Elemente. Nicht alles, was mir geholfen hat, ist für jeden Lupus-Patienten gut. Es kommt darauf an, dass jeder seinen ganz persönlichen Weg findet.
Dem Lupus bin ich auf eine merkwürdige Weise irgendwie dankbar. Durch ihn habe ich gelernt, darauf zu achten, was mir gut tut. Ich habe meinen Weg gesucht und meine Berufung gefunden. Meine Freundschaften sind stabil und innig. Ich weiß jetzt, dass ich mich auf die Menschen, die mir nahe sind, in allen Lebenslagen verlassen kann, fühle mich verstanden und getragen. Wenn ich zurückschaue auf die üble Zeit der Schmerzen und Ängste denke ich heute, dass das ein möglicher Ausstiegspunkt aus diesem Leben war. Damals habe ich mich entschieden, noch nicht zu gehen. Es gibt noch so vieles, das ich lernen, genießen und erleben will. Ich brauche den Wolf jetzt nicht mehr und lasse ihn in Frieden ziehen.
Macht sich Schmerz und Traurigkeit,Leid und Kummer bei Dir breit, ist´s kein Grund, gleich zu verzagen,den speziell an diesen Tagen wird der Grundstein oft gelegt, dass sich Wichtiges bewegt.
In der schlimmsten Krankenstunde, wenn Du glaubst, Du gehst zugrunde, wird ein Samenkorn gesetzt und mit Tränen zart benetzt.
Draus kann wachsen viel Erkenntnis und ein tieferes Verständnis für des Lebens Tag und Nacht. Werte werden überdacht.
Nimm sie an, die harte Zeit, die für Wandel macht bereit.

pws@praxis-lichtblick.eu

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