Diagnosesuche Babette, Jg. 1966

Wie sich mein Leben total veränderte

Ich bin auch ein Lupi, besser gesagt eine Lupine, das erinnert mich nämlich an schöne Blumen gleichen Namens. Ich war schon immer ein bisschen sonnenempfindlich, aber das war`s auch schon. Nach einer Grippeschutzimpfung und zwei Wochen später einer Hepatitisimpfung im Herbst 2005 ging es stetig bergab mit mir, ich bekam massive Gelenkschmerzen, war total schlapp und müde, depressiv und konnte mir im Frühjahr 2006 noch nicht mal mehr den BH selber zumachen, mein Arzt schickte mich glücklicherweise dann zum Rheumatologen, 4 Monate später bekam ich einen Termin bei Dr. Nöthe in der Rheumaambulanz der Uni-Klinik Giessen 2006. Er untersuchte mich eingehend, meinte, ich wäre schwer krank mit einem Lupus. Er verschrieb mir 40 mg Cortison täglich und schickte mich mit einer Packung Lantarel nach Hause. Ich konnte das gar nicht realisieren und machte noch Witzchen darüber, nahm das Cortison und die Schmerzen gingen innerhalb einer Stunde weg.
Ich wollte erst mal den heilpflanzlichen Weg gehen, von dem mir Dr. Nöthe dringend abriet und ließ die Lantarel in der Schublade. Nach zwei Monaten bekam ich eine tiefe Beinvenenthrombose und war richtig geschockt als ich mich bei einer 82-jährigen Oma auf der Inneren wiederfand, natürlich marcumarisiert, bis heute, denn es wurde dann noch ein Antiphospholipidsyndrom festgestellt, meine Hausärztin wusste noch nicht einmal, wie man das schreibt.
Ich machte dann eine Darmsanierung, es wurden Impfnosoden gesetzt und schließlich ließ ich mich von einer Chinesin akupunktieren, was bei mir einen Fieberschub auslöste, die Werte waren anhaltend schlecht. Vor 3 Monaten reichte es mir, ich erklärte das Wort „Erstverschlimmerung“ zum Unwort des Jahres und machte einen Termin bei Dr. Knarr in der Rheumaklinik in Wiesbaden-Schlangenbad aus. Ich war jetzt dort, es ist eine sehr sympathische Praxis, es ist schöner, heller und leerer als an der Uni-Klinik, der Arzt war okay. Er stellt mich jetzt am Montag viertägig stationär auf Quensyl ein und sucht nach Organbeteiligungen, bis jetzt konnte der Internist nichts finden. Seit 3 Wochen nehme ich 20 mg Cortison täglich, das will er dann reduzieren, die TCM-Schiene würde ich gerne zusätzlich fahren.
Ich stellte vor Monaten bei der Techniker-Krankenkasse einen Antrag auf die TCM-Klinik in Bad Kötzting, dort arbeiten deutsche Schulmediziner und chinesische TCM-Ärzte Hand in Hand, die Techniker lehnte ab, ich erhob Einspruch und jetzt haben sie mir 4 Wochen Kötzting genehmigt. Vielleicht nehme ich es einfach als Auszeit, ich kann ja auch bestimmte Therapien dort ablehnen oder vorsichtig angehen, Qi gong und chinesische Massagen sind bestimmt gut für mich. Ich will aber auch nochmal im Krankenhaus mit Dr. Knarr darüber sprechen. Außerdem habe ich eine psychologische Gesprächstherapie angefangen, die hilft mir sehr, seitdem kann ich meinen Lupus akzeptieren und ich kann bei jedweder Diagnose meinen Ttherapeuten anrufen und mich ausheulen. Ich mache gerade mein 1. Staatsexamen für Gymnasiallehramt nach und habe im Oktober meine mündliche Prüfungen, so wisst ihr, was ich auf den diversen Stühlchen vor Laboren, Sprechzimmern u.s.w. mache: lernen.

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