APS und Schwangerschaft

Antiphospholipid-Antikörper & Schwangerschaft
(Text by Mausilope)

Was Antiphospholipid-Antikörper sind, gibt’s ja unter dem Link APS nachzulesen. Besonders in der Schwangerschaft kann es da zu Problemen kommen, die man allerdings heute mit Medikamenten gut in den Griff bekommt. Daher ist es speziell wichtig, abzuklären, ob man auf Antiphospholipid-Antikörper positiv testet, aber das sollte ohnehin jeder Lupi wissen, siehe Beitrag über APS. Was sind nun die wichtigsten Fragestellungen bezüglich dieser Antikörper und Schwangerschaft?

Was sind die Symptome/Komplikationen, die ausgelöst werden können?

Primär geht es um ein erhöhtes Thrombose-Risiko. Von diesen Thrombosen ist in erster Linie die Plazenta betroffen, was zu Fehlgeburten oder erheblicher Fehlversorgung des Kindes führen kann. Plötzlicher Bluthochdruck bei der
Mutter und vermindertes Wachstum des Kindes sind weitere Symptome eines bestehenden APS.

Wie hoch ist das Risiko?

Unter Frauen mit mehreren Fehlgeburten wurden bei ca. 11-22 % (sorry, diese Angabe ist wirklich so vage, aber das kennen wir ja) die spezifischen AKs festgestellt. Zur umgekehrten Beziehung, also der Frage ob vorhandene
Antikörper auch automatisch ein Fehlgeburtsrisiko bedeuten, gehen die Meinungen stark auseinander, vor allem weil schon sehr lange medikamentös eingegriffen wird, sobald ein positiver Antikörpertest bekannt ist. Daher weiß man einfach wenig über das „was-wäre-wenn“.

Wie kann man dem Risiko begegnen?

Der heutige Stand der Forschung zeigt, dass man diese Probleme mit subkutaner Heparin-Therapie sehr gut in den Griff bekommt. Die genaue Dosis (5.000-15.000 Einheiten) wird vom behandelnden Arzt festgelegt. Regelmäßige
Kontrollen sind natürlich notwendig. Auch Aspirin (80-100mg) wird oft verschrieben, ist aber umstritten, da es Nebenwirkungen beim Kind auslösen kann und auch nicht so sicher ist, wie Heparin.

Wie erfolgreich ist die medikamentöse Prävention?

Ca. 70-75% der APS-Schwangerschaften verlaufen unter Behandlung positiv. Mehr dazu noch im nächsten Punkt.

Was ist die derzeitige Expertenmeinung zu dem Thema?

Die Prognosen sind bei Erkennen und rechtzeitiger Behandlung sehr gut. Wobei ich nicht genau herausbekommen konnte, wie die einzelnen Zahlen zustande kommen. Sind die Prozentsätze, die schlecht verlaufene Schwangerschaften ausmachen, nun APS-Komplikationen oder andere Lupus-Probleme oder ungeklärt? Leider sind keine sehr spezifischen Angaben zu bekommen. Zumal auch oft verschieden definiert wird: zwischen den Begriffen „reines Vorhandensein von Antiphospholipid-Antikörpern“ (also ohne bisherige Symptome wie Thrombosen) und dem sogenannten APS, also Antiphospholipid-Syndrom (also mit bereits aufgetretenen Symptomen) wird nicht immer klar getrennt, meist heißt es in jedem Fall der Einfachheit halber APS. Man sollte aber sowieso nicht alles auf diese Statistiken setzen und sich mehr auf die Erfahrungen der eigenen Ärzte bzw. sein eigenes Gefühl verlassen. Wichtig ist, das ein bestehendes APS erkannt wird (schwierig v.a. für Nicht-Lupis, die es ja auch haben können und bei denen ja keiner vorab auf die Idee kommt, es zu testen). Die derzeit bekannten Therapien (Heparin, Aspirin, selten Immunoglobulin) bringen ein zufriedenstellendes Ergebnis, ständige Kontrolle und das Risikobewußtsein bei der Patientin natürlich auch immer vorausgesetzt.