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Aktualisierung am 13.08.10
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Organbeteiligungen
bei Lupus Zusätzlich
zu den sogenannten Allgemeinsymptomen können Organbeteiligungen an nahezu
beliebiger Stelle des Körpers auftreten. Denn überall, wo etwas durchblutet
wird können sich Immunkomplexe ablagern und Entzündungen hervorrufen.
Kaum ein Lupi wird alle hier aufgezählten Erkrankungen zu spüren bekommen,
jeder Lupus ist anders :). Gelenkbeteiligungen
Bei 90 % aller Lupus-Erkrankten treten im Verlauf der Krankheit Gelenkprobleme
auf. Am häufigsten betroffen sind Finger-, Hand- und Kniegelenke. Die Schmerzen
entstehen durch Entzündungen an den Gelenken direkt oder an Sehnen und/oder
Muskeln. Äussere Anzeichen sind Schwellung, Rötung und Überwärmung
des betroffenen Gelenks. Anders als bei chronisch rheumatischen Erkrankungen,
wie beispielsweise der c.P., führen die wiederkehrenden Entzündungen
nur selten zu einer Zerstörung des Gelenks. Auch sind, anders als bei anderen
Gelenkerkrankungen, im Röntgenbild selten Veränderungen zu erkennen.
Hautbeteiligung
Etwa 80 % der Lupus-Patienten
haben Hautprobleme, wobei an vorderster Stelle natürlich der klassische Schmetterling
zu nennen ist. Wer ihn von Anfang hat, kann zumindest den Vorteil geniessen, dass
sein Lupus vermutlich schnell erkannt ist ;). Im Laufe der Erkrankung bekommen
ihn 50 % der Lupis. Doch es gibt noch andere Hautprobleme, die im Zusammenhang
mit dem Lupus zu sehen sind: Hautrötungen, Aphten (kleine Geschwüre)
der Mundschleimhaut, Pickel, Schuppenbildung, Haarausfall und das sogenannte "Raynaud-Phänomen",
bei dem - ausgelöst durch Kälteeinwirkung - sich plötzlich die
Fingerarterien verengen und ein Weisswerden einzelner oder aller Finger bewirken. Herzbeteiligung
Leichtere Herzerkrankung treten bei immerhin 20 - 50 % aller Erkrankten auf. Am
häufigsten ist hierbei die Pericarditis (Herzbeutelentzündung), die
sich mit Atemnot, beschleunigtem Herzschlag, Fieber und Schweissausbrüchen
bemerkbar machen kann. Im Ultraschall ist eine Flüssigkeitsansammlung zwischen
Herzmuskel und Herzbeutel feststellbar. Diese Flüssigkeitsansammlungen können
allerdings auch während eines Schubes völlig symptomlos auftreten. Desweiteren
sind an Herzerkrankungen zu nennen: Endocarditis (Herzinnenhautentzündung),
Erkrankungen der Herzkranzgefässe und des Herzmuskels, sowie Herzrhythmusstörungen.
Nierenbeteiligung
Ebenfalls 50 % der Lupus-Betroffenen leiden im Verlauf ihrer Erkrankung an Nierenproblemen,
die sich in einer eigenen Diagnose wiederfinden, der Lupus-Nephritis. Bedingt
durch Eiweissablagerungen, Entzündungen und Verengungen der Nierengefässe
funktioniert die Filterfunktion der Nieren nur noch eingeschränkt und die
Ausscheidung von Abfallstoffen, wie Harnstoff und Kreatinin wird eingeschränkt.
Werden die Abfallstoffe nicht mehr ausreichend ausgeschieden, steigen die Laborwerte
und der Körper zeigt Vergiftungssymptome. Erste Kennzeichen einer Nierenbeteiligung
sind nur im Labor nachweisbar, denn eine Lupus-Nephritis tut nicht weh. Es sollte
daher, bei den ohnehin notwendigen Laborkontrollen, stets der Urin mituntersucht
werden. Wird vermehrt Eiweiss ausgeschieden ist dies ein erstes Alarmzeichen,
wenngleich auch bei einem Harnwegsinfekt vorübergehend der Eiweisswert im
Urin steigt. Lungenbeteiligung
30 % der Lupis leiden an Lungenerkrankungen. Hierbei handelt es sich meistens
um eine Pleuritis (Rippenfellentzündung), welche Schmerzen beim Atmen verursacht.
Desweiteren können Pneumonien (Lungenentzündung) auftreten, welche nicht
durch Infektionen, sondern wiederum durch den Lupus verursacht werden. Nervenbeteiligung
Ein Viertel aller Lupuspatienten leidet unter einer Miterkrankung des zentralen
Nervensystems (ZNS). Das reicht von ganz banalen Symptomen wie leichten depressiven
Verstimmungen, Migräne, Konzentrationsschwäche, Wesensverändeurngen,
Merkfähigkeitsstörungen, Sehstörungen bis hin zu Lähmungen
und Krampfanfällen. Ob diese Symptome mit dem Lupus zusammenhängen ist
nicht immer klar nachweisbar, dennoch sollte eine neurologische Kontrolle erfolgen.
Auch das periphere Nervensystem kann betroffen sein. Hierbei kann es zu Gefühls-
oder Geschmacksstörungen und Schwächezuständen der Extremitäten
(Arme, Beine) kommen. Organbeteiligung
im Bauchraum Hier reicht die Palette der möglichen Erkrankungen von
der Kolitis (Darmentzündung) über Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
(Pankreatitis), des Bauchfells (Peritonitis) und der Speiseröhre bis hin
zu Lebervergrösserungen (Hepatomegalie) und der lupoden Hepatitis, die immerhin
1 -4 % der Patienten trifft. Muskelbeteiligung
Ebenso wie an jedem anderen Organ des Körpers können auch an den Muskeln
und Sehnen Entzündungen durch Ablagerungen der Immunkomplexe entstehen. Myalgien
und Sehnenscheidenentzündungen sind daher bei Lupus keine Seltenheit.
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