Arbeiten mit Lupus

Zu Beginn meiner Erkrankung wurde ich als „undifferenzierte Arthritis“ gehandelt. Ich hatte wechselnde Gelenkbeschwerden, Morgensteifigkeit, insbesondere in den Händen und viele Allgemeinsymptome, insbesondere ständige Müdigkeit, gegen die kein Schlaf half. 

Zu der Zeit arbeitete ich noch als Arzthelferin, war den ganzen Tag in Bewegung, musste viele Treppen steigen und auch diffizile Arbeiten mit den Händen machen, wie Blutabnehmen oder Laborarbeiten. Nach der Arbeit konnte ich nicht mehr viel machen, selbst Essen zubereiten war an schlechten Tagen schon zu viel. Das Blutabnehmen und feines Hantieren fiel mir vor allen Dingen morgens schwer. Ich habe dann versucht meine Arbeit auf den bürokratischen Teil zu verlagern, aber das machte mir nicht so viel Spass und war an meinem damaligen Arbeitsplatz auch keine Dauerlösung. 

Ich habe mich dann entschlossen eine zweite Ausbildung zur DV-Sachbearbeiterin per Fernuntericht zu machen. Fernuntericht war für mich eine angenehme Sache, man braucht zwar etwas Selbstdisziplin um sich zum Lernen zu animieren, aber dafür kann man sich sein Pensum frei einteilen und an guten Tagen viel und an schlechten Tagen halt mal nichts machen. Ich habe nebenbei gearbeitet, allerdings nur 30 h/Woche. Insgesamt bin ich mit der vorgegebenen Zeit hingekommen, aber ohne Handicap wäre es schneller gegangen.

Nach der Ausbildung habe ich ziemlich schnell eine Stelle gefunden, es gibt zahlreiche Arbeitgeber, die ein Fernstudium als Beweis für Fortbildungswillen und Selbstdisziplin halten ;). Zu der Zeit war ich immer noch ohne „richtige“ Diagnose und habe beim Bewerben meine Erkrankung auch nicht erwähnt.

Kurz nach Arbeitsantritt verschlechterte sich meine gesundheitliche Gesamtsituation, die Myasthenie wurde akut und auch die Gelenkbeschwerden immer schlimmer. Schliesslich fand sich auch die Diagnose Lupus. Mit meinem damaligen Arbeitgeber habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, allerdings war die Firma insgesamt recht sozial eingestellt :). Weder Krankschreibungen noch Ankündigung von weiteren Fehlzeiten wegen Krankenhausbesuchen schockten, obwohl ich noch in der Probezeit war. Eigentlich der ideale Arbeitsplatz für alle Invaliden ;).

Dennoch bin ich nicht dort geblieben, ich hatte kein gutes Gewissen, da meine Arbeit stets auf eine Kollegin fiel, wenn ich nicht da war und ich konnte zum damaligen Zeitpunkt sehr schlecht abschätzen, was da noch alles auf mich zukommt. 

Jetzt arbeite ich in der Firma meines Freundes mit, was den entscheidenen Vorteil hat, dass mir keiner Fehlzeiten übel nimmt und ich mir, zumindest theoretisch, meine Arbeit selbst einteilen kann. Theoretisch deshalb, weil es immer betriebsbedingte Notwendigkeiten gibt und man in einem familiären Betrieb meist doch sich selbst hintenan und die Firma vornan stellt. Auch bleibt die Arbeit liegen, wenn ich sie nicht mache, aber den idealen Job gibt es wohl nicht :).

Antje

Ein Gedanke zu „Arbeiten mit Lupus

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