Nach dem Schub – wie es ist

Müde, aber besser... -

Der Schub ist vorbei – das Benlysta macht einen ganz guten Job.

Im August wurde alles ruhiger, nur das linke Knie macht weiterhin Probleme, als Komplikation bekam ich eine Thrombose im linken Unterschenkel. Der Kompressionsstrumpf machte die Kniegeschichte nicht besser – das Bein wurde zum Dauerproblem.
Weges des Knies musste ich einen weiteren Cortisonstoss machen, da bin ich jetzt fast auf Normalniveau. Ein, zwei Wochen dauert es noch.
Ich besorgte mir statt des Unterschenkelstrumpfs einen langen Strumpf, nahm damit den Druck aus der Kniekehle, das brachte eine erhebliche Verbesserung. Auch wenn der Strumpf nervt ;).
Und natürlich hätte ich mir einen Orthopäden suchen können, der das Knie punktiert und für schnellere Entlastung sorgt. Doch leider kenne ich keinen – ausser meinem neuen Chef. Und der behandelt nur privat und man will ja keinen Einstieg mit heruntergelassenen Hosen ;). Für einen anderen neuen Arzt fehlen mir im Moment die Ressourcen.

Doch der Rest ist deutlich besser  – alle anderen Gelenke, ganz langsam verzog sich auch der Brainfog auf ein erträgliches Niveau. Die Sicca-Symptomatik pendelt sich langsam wieder ein. Ich kann wieder mit den Zehen wackeln, alle Finger benutzen, eine Seite im Buch lesen und wissen, was am Anfang geschah. Einer Unterhaltung folgen, eine Treppe gehen und immer häufiger die Füsse abwechselnd auf die Stufen setzen, ins Auto ein- und aussteigen. Aus dem Bett aufstehen ohne Nachzudenken.

Müde, aber besser... - Nach dem Schub - wie es ist

Das Spritzen finde ich nicht schlimm, einmal die Woche ist nicht viel. Vom Benlysta habe ich keine Nebenwirkungen. Mit der Rheumatologin ist abgemacht, das Azathioprin nach der nächsten Kontrolle zu reduzieren, langfristig vielleicht sogar abzusetzen, wenn Lupus und Myasthenie mitspielen. Mir wäre es sehr lieb, dass Aza loszuwerden, vermutet der Nephrologe doch in diesem Medikament die Ursache meines Nierenschadens.

Mit dem Coimbraprotokoll habe ich nicht wieder angefangen, doch ich nehme weiter Vitamin D in höheren Dosen (nicht Coimbra-hoch!) und weitere Nahrungsergänzungs-mittel aus dem Protokoll.

Meine Aktivität ist weiter eingeschränkt. Langsam kann ich wieder ein bisschen weiter laufen, Schrägen und Treppen bleiben problematisch. Gartenarbeit geht nicht, hocken und knien auch nicht. Ansonsten sorgt ja Corona dafür, dass ich nicht übermütig werde.

Mit der Arbeit komme ich körperlich gut zurecht. Allzuviel laufen muss ich dort nicht, immer nur kurze Strecken hin und her, das geht prima.

Beim Reiten war ich leider nicht wieder, das traue ich mir noch nicht zu – würde aber so gerne…

Ansonsten bin ich sehr müde – diese ganzen Schmerzen… Sie machen so viel mit dem täglichen Leben, der Beziehung, dem Selbstwert. Ich bin ausgelaugt, da hat auch der Urlaub nicht viel gebracht, emotional ausgelutscht.
Und natürlich ist vieles liegengeblieben, das nun erneuert oder nachgeholt werden will. Die Kinder kamen zu kurz, aber auch Arbeit im Haus und Garten blieb liegen oder ich habe es nur schnell hingepfuscht.
Schmerz macht dünnhäutig und bedürftig. Aber wer soll oder will sich den wechselnden Ansprüchen anpassen?

Ich versuche mich gut zu behandeln, all die Lehrbuch-, Meditation-, Selbstliebeweisheiten anzuwenden. Und manchmal gelingt das ganz gut, manchmal halt auch nicht ;).

Meine Laborwerte aus dem Schub habe ich erst letzten Monat gesehen – PUH! Gut, dass ich sie nicht im akuten Zustand kannte. Das hätte mich wohl doch noch ein bisschen nervöser gemacht.

Jetzt ist Oktober, bald beginnt ein neues Jahr – ob mir eine erneute Verschlechterung zum Jahresbeginn, wie ich sie die letzten Jahre erlebte, diesmal erspart bleibt?

Wie es sonst noch ist 

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